Mayday ist nicht das Einzige, was wir Westbam zu verdanken haben. Eigentlich hat er die Techno-Szene hierzulande maßgeblich mitgeprägt - mit seinem Sound, seinen Ideen und seinen Inspirationen. Nicht umsonst gilt er als der kreative Kopf der teutonischen "Raving Society". Seine Finger hat er in sämtlichen Bereichen der Techno-Szene im Spiel gehabt, und das bereits seit den Anfängen. Jetzt bat das Taz-Magazin Westbam zum Interview - und wir finden einige Thesen so interessant, dass wir diese an der Stelle einfach mal kurz anreißen.
Ganz wie man WestBam alias Maximilian Lenz kennt, hält er auch in diesem Frage-Antwort-Spiel kein Blatt vor den Mund. Und weil der erste Song seines neuen Albums "Götterstraße No.1" den Namen "You Need The Drugs" trägt, wundert es eigentlich auch nicht, dass die allseits beliebte Drogenfrage aufkommt. Dabei müsse man doch nicht nur, weil man Techno-DJ ist, ständig sagen, Drogen seien scheiße, meint Westbam. Klar, generell rät er "niemandem, mehr oder weniger Drogen zu nehmen". In dem Song ginge es auch lediglich um eine Situation, in der der Sänger, Richard Butler - aus dessen Feder übrigens der Text stammt - beschreibt, wie ein Typ und eine Frau den ganzen Drogenvorrat an einem Sonntagmorgen aufgebraucht hätten und er sie nun zum Dealer fahren solle.
Und frei nach Berliner Schnauze äußert er sich schließlich auch zum ewigen Gejammer über das Clubsterben: "Ich kann es nicht mehr hören: Alles geht immer den Bach runter, das Clubsterben, das Waldsterben, alles stirbt immer. Und die Wahrheit ist: Es stirbt auch immer mal was. Aber wenn für jeden Club, der stirbt, fünf neue aufmachen, ist doch alles in Ordnung. Das Clubsterben gehört doch mittlerweile zur Folklore wie andere Prophezeiungen, dass das Ende nah ist."
Wir meinen: Endlich mal jemand, der nicht immer alles so negativ sieht. Ein sehr empfehlenswertes Interview, in dem zusätzlich der Tourismus in Berlin, die Vorteile digitaler DJ-Technik und sein Verhältnis zu seinem Publikum zur Sprache kommen. Das Interview könnt ihr hier in voller Länge lesen.