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Wie man eine Freundschaft richtig beendet

Schlussstriche zieht man nicht mit Bleistift!

Ihr habt im Sandkasten zusammen gespielt, heimlich hinter der Turnhalle geraucht und die wildesten Partys gefeiert. Heute siehst du über Facebook, wie dein bester Freund oder deine beste Freundin weiter feiert – ohne dich. Und ehrlich gesagt, es interessiert dich nicht wirklich. Eure Freundschaft hat das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten. Reicht es jetzt einfach den Lösch-Button zu drücken?

Schlussmachen ist hart. Das gilt für Liebesbeziehungen ebenso wie für Freundschaften. Für Erstere gibt es eine geheime Schlussmach-Etiquette. Freundschaften hingegen befinden sich in einer moralischen Grauzone. Du hast mit der Ex per WhatsApp Schluss gemacht? Geht gar nicht. Du hast dich jahrelang nicht mehr bei deinem besten Freund gemeldet? Für die meisten voll okay. Aber auch Freundschaften haben ein Recht darauf, ordentlich beendet zu werden. 

Das formale Schlussmachen durch ein persönliches Gespräch hat etwas Endgültiges. Es schafft aber auch Klarheit zwischen euch. Ihr könnt euch darüber aussprechen, warum eure Freundschaft nicht mehr funktioniert. Probleme offen anzusprechen ist nicht immer angenehm und tut stellenweise weh, aber Jahre später wirst du nicht mehr darüber nachdenken, was zwischen euch schief gelaufen ist. Wichtig dabei ist, sachlich und fair zu bleiben. Deinem Freund vorzuwerfen, dass er dir seit der 9. Klasse zehn Euro schuldet, ist genau so kindisch, wie den Mund zu halten und gar nichts zu deinem ehemaligen besten Freund zu sagen.

Falls du nicht dem Mut aufbringen kannst deinem Freund persönlich gegenüber zu treten, gibt es noch den guten, alten Schlussmachbrief. Heute darf es auch gerne eine Email sein. Aber bitte keine SMS oder WhatsApp-Nachricht. Um deinen ehemaligen Freund oder deine ehemalige Freundin abzuservieren, solltest du schon mehr als 160 Zeichen übrig haben. Wie bei einem persönlichen Gespräch gilt, locker bleiben. Halte dich kurz und begrabe dein Gegenüber nicht unter einem Haufen an Vorwürfen. Der Schutz des Internets verleitet dazu, Dinge zu sagen, die du nie in einem persönlichen Gespräch auf den Tisch bringen würdest. Also, höflich bleiben und nicht auf eine virtuelle Schlammschlacht einlassen.

Viele Freundschaften schlafen einfach ein. Sich still und leise aus der Affäre zu ziehen, klingt ziemlich verlockend. Ihr wohnt in verschiedenen Städten und habt auch sonst kaum noch Berührungspunkte? Es würde also gar nicht auffallen, wenn du nicht mehr über Facebook zum Geburtstag gratulierst? Für lockere Bekanntschaften mag das in Ordnung sein. Aber eine Freundschaft, in der man mit jemanden durch Dick und Dünn gegangen ist, einfach unter den Teppich zu kehren, ist nicht die richtige Lösung, um eine Freundschaft zu beenden. Also raff dich auf und beende die Beziehung zu deinem Freund oder deiner Freundin mit Klasse statt Feigheit.

Eine weitere Möglichkeit, die wir allerdings nicht empfehlen, ist die virtuelle Trennung. Das Internet macht es einfach und möglich – ob Musik hören, Schuhe shoppen oder Freundschaften beenden. Ein Klick bei Facebook reicht aus, um eine unerwünschte Person aus dem Leben zu verbannen. Aber denk daran, man sieht sich im Leben immer zwei Mal im Leben. Um unangenehme Momente auf der nächsten Party zu vermeiden, ist es besser ehrlich zu sein, als sich feige aus dem Staub zu klicken. Denn Schlussstriche zieht man nicht mit Bleibstiften!

Wie ist das bei dir? Hast du schon einmal eine Freundschaft beendet oder wie fühlt sich eine Trennung von einem Freund an? Was ist der richtige Weg für euch?

Foto: Two Young Girl Friends Standing Together via Shutterstock 

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