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Wie man im Berghain seine Zähne verliert

Ohne in eine Schlägerei zu geraten.

Das Bereibt wohl eines der best behütetsten Geheimnisse, die die Clubszene zu bieten hat. Strenge Türpolitik, unglaubliches Feeling im ehemaligen Heizkraftwerk und sexuell freies Partypublikum. Unsere Bloggerin Julia war für uns im Berghain unterwegs und hat eine Story mitgebracht, bei der man Zahnschmerzen bekommt.

Mist, wieder nicht rechtzeitig geschafft. Denn eigentlich wissen wir es besser. Bekannter Maßen muss sich jeder, der nicht vor 00:00 Uhr am Samstagabend am Berghain ankommt, auf eine mehr oder weniger lange Schlange einstellen. Jetzt haben wir 01:15 Uhr und die Feierfreunde stehen bis hinter den Mini-Kiosk an. Das tun sie übrigens auch bei 15 Grad unter dem Gefrierpunkt – ob man’s glaubt, oder nicht. Das bedeutet, jetzt mindestens eine Stunde warten, je nachdem, wie es heute so mit der Türpolitik steht. Die ist schließlich so eine Sache für sich. Man kann sich einfach nie sicher sein, ob man – auch nach Stunden des Wartens – tatsächlich reingelassen wird. Kommt ganz darauf an, wie die freundlichen Türsteher so drauf sind. Oder man selbst. Oder die Leute vor oder hinter einem. Oder, oder, oder. Ein wenig Glück spielt auch immer eine Rolle und mit der Zeit lernt man die kleinen Tricks, die den Unterschied machen. Zumindest denkt man das.

Es hilft jedoch erwiesenermaßen ausnahmslos Deutsch in der Schlange zu sprechen. Andere Sprachen heißen direkt „Touri“ und „Touri“ heißt betrunken, laut und störend. Obwohl das ja nicht zwangsläufig stimmen muss. Sicher ist hingegen, dass man nicht zu fertig erscheinen sollte. Schließlich hat niemand Lust Betrunkene vom Boden der Tanzfläche zu kratzen. Ein anderer Tipp lautet, maximal zu Zweit vor die Herren Türsteher zu treten. Warum das hilft, kann man leider nicht sagen. Lassen wir das mal dahingestellt, denn auf irgendetwas muss der Mythos Berghain-Tür ja schließlich beruhen. Kleiner Tipp: Die Herren der Schöpfung haben an der Tür einen eindeutigen Vorteil. Also an alle Frauen da draußen: Immer schön an die Männer halten, dann klappt das schon mit dem Einlass.

Heute ist jedenfalls ein guter Tag und so wird das tapfere Ausharren in der Kälte belohnt und Zutritt zu den „heiligen Hallen“ gewährt. Ganz euphorisiert durch den Erfolg tritt man hinein in das Dunkel, wo einem endlich der wummernde Bass begrüßt. Jetzt noch schnell die Metall-Treppen hoch und schon ist man mitten drin in der wohlbekannten Mischung aus Dämmerlicht, Techno, nackten Männer-Oberkörpern, Nebel, Hitze und Schweiß! So kennen und lieben wir das Berghain!

Genug philosophiert! Jetzt wird getanzt. Dabei bewegt man sich immer weiter durch die düstere Menge nach vorne. Denn beim DJ findet einfach die geilste Party statt! Ab und zu gönnt man sich ein erfrischendes Bierchen an der Bar. Allerdings nicht zu oft, denn auch hier muss man - zumindest als Frau - ewig anstehen. Die meist männlichen Bartender sprudeln auch nicht gerade über vor Freundlichkeit, aber das hat man wohl davon, wenn man als Frau in einen Club geht, der nebenan einen Darkroom nur für Männer betreibt. Zwischendurch wird ein wenig auf der riesigen 10-Mann-Schaukel neben der Bar gechillt. Irgendwann hat man genug von den rohen Rhythmen und gönnt sich eine Abwechslung in der über dem Berghain liegenden Panoramabar. Hier ist es kleiner, übersichtlicher, gemütlicher. Hier tanzt man zu funky House-Sets mit Jazz- und Hip-Hop-Elementen. Abgedunkelt durch die famosen Panoramabar-Fensterläden dringt gerade genügend Licht herein, um die Gesichter der Feiernden um sich herum wahrzunehmen. Manchmal ist das gut und manchmal auch nicht. 

Doch jetzt zum unglücklichen Teil des Abends: Gerade wieder dem DJ-Pult nahe und zufrieden inmitten der Masse, passiert es: Bierflasche angesetzt, ein Typ dreht sich um und stößt innerhalb eines Sekundenbruchteils mit seinem Ellbogen gegen die Flasche und selbige vor die Schneidezähne. Mit ein paar losen Zahnkrümelchen im Mund steht man da. Der Schaden hält sich zwar in Grenzen und auch der Großteil des Schneidezahnbestands ist noch intakt. Doch der Schrecken sitzt tief. Der Typ ist natürlich weg. Die Hälfte des Zahns übrigens auch. Niemand bekommt in dem dunklen und doch so bunten Treiben mit, was passiert.  Also schwamm drüber, weiterfeiern und das nächste Mal einfach besser aufpassen. Immerhin ist man im Berghain!

Foto: ewar woowar & mlaiacker via Flickr & Patience is ready for a replacement via Shutterstock

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