Wir sind Daft Punk!

Und live erlebbar, das ist es: Kein Bein stand still, keine Hüfte, die sich nicht vorwärts, rückwärts oder sich im Kreis bewegt. Daft Punk nehmen die Hörer mit in ihre Welt, eine Welt aus Cyber, Dance und Techno. Jeder Break, jede sich lösende Verdichtung wird mit enthusiastischem Geschrei, wild springenden Menschen und durchs Publikum fliegenden Bechern beantwortet. Mehr Rock geht nicht! Ein Video aus Miami mit identischer Show:
Untermalt wird das musikalische Geschehen von einer perfekt inszenierten und mit den Takten der Musik abgestimmten Lichtshow. Nach gut 90 Minuten ist das Konzert beendet. Scheinbar zumindest: Ziemlich unspektakulär verabschieden sich Thomas Bangaltar und Manuel de Homem-Christo von ihrem Publikum. Das Licht bleibt allerdings aus. Das DJ-Pult erstrahlt weiterhin in einem sanften Lila-Ton. Rauch steigt auf.
Konnte das schon alles gewesen sein? Die Menge feiert jedenfalls weiter. Minutenlanger Applaus und Zugabe-Rufe sollen schließlich belohnt werden und die beiden Franzosen erklimmen ihre Pyramide ein weiteres Mal. Und was dann passiert, wird den Anwesenden wohl zeitlebens nicht mehr aus dem Gedächtnis gehen. Man kann es als den perfekten Bühnen-Abgang beschreiben...
Daft Punk: Ihr seid die Roboter.
Daft Punk bedeutet:
unerreicht zu sein - und das in jeglicher Sicht. Musikalisch haben die
MItbegründer des French House in den 90ern mit ihrer Flexibilität und
ihrem Erfindungsreichtum die Welten von Dance und Pop verblüfft, heute
sind Kreativität und Innovativität die tragenden Säulen bei ihren
Konzerten.
Gut 5.000 Besucher verwandelten
die Halle in ein Tollhaus. Aus allen Himmelsrichtungen waren sie
gekommen, um den beiden Franzosen die Ehre zu erweisen. Auf dem
Parkplatz waren selbst Fahrzeuge aus Belgien, Luxemburg und den
Niederlanden zu entdecken. Die Anreise hat sich gelohnt.
Langes Warten bei lieblosem Hau-Drauf-Electro in der Halle hat
letztlich einen Vorteil: Die Stimmung ist gespannt, aufgeladen, fast
gereizt. Erste Pfiffe kommen aus dem Publikum, als sich scheinbar
nichts tun will. Dann plötzlich fällt der Vorhang, und man sieht bunte
farben, schöne Farben, hört sich steigernde Sounds, Grooves, mit denen
man aufgewachsen ist, die man in sich trägt. Und mittendrin zwei
Figuren mit ihren schillernden Roboterhelmen, die nicht artifiziell, sondern
erhaben aussehen. Im Hintergrund leuchten die überdimensionalen
Buchstaben H U M A N auf einer 50 qm großen LED-Wand auf. Ein Mädchen
hinter uns schreit: "Das ist es!" Sie wird recht behalten.
Das Konzert ist eine Hommage von Daft Punk an ihr gesamtes, eigenes Schaffen. Die besten Hits aus ihren drei Alben und der über zehnjährigen Bandgeschichte werden nicht einfach nur gespielt, sie werden regelrecht zelebriert, Tracks in einander verkantet, gemashupt und immer wieder mittendrin gekillt, um sogleich und ohne Pause den nächsten Hit hinterher zu schieben. Und Hits haben Thomas Bangalter und Manuel de Homem-Christo über die Jahre viele geliefert: Digital Love, Harder,Better,Faster,Stronger, One More Time, Around The World, Rock´n Roll, Da Funk, Robot Rock, Human After All - es war höchste Zeit, mit diesem Pop-Portfolio endlich live erlebbar zu sein.
So nah und doch so fern. Thomas Bangalter und Manuel de Homem-Christo thronten bei ihrem Auftritt auf einer fünf Meter hohen, mit LED bestückten Pyramide über dem Publikum der Düsseldorfer Philippshalle. Ganz in schwarzem Leder gekleidet und mit ihren unverkennbaren Cyber-Helmen boten sie eine Kulisse, die allein schon das hohe Eintrittsgeld wert war.







