Themen: Rauchverbot, nichtraucherschutzgesetz
Zechpreller profitieren von Rauchverbot
Immer mehr Leute gehen ohne zu zahlen.

"Ich geh mal eben eine rauchen". Dieser Satz stößt vielen Wirten in NRW in den letzten Monaten ganz besonders auf. In einigen Betrieben sind die Einnahmen seit Inkrafttreten des neuen Nichraucherschutzgesetzes bis um 50 Prozent zurückgegangen. Das liegt aber nicht ausschließlich daran, dass die rauchenden Gäste ausbleiben oder nur vor den Türen stehen. Immer mehr Leute nutzen das Verbot, um einfach ohne zu bezahlen zu verschwinden.
Nicht jede Kneipe oder jeder Club besitzt eine eigene Terrasse oder einen Garten im Hinterhof. Deswegen muss dort auf der Straße geraucht werden. Dabei ist es den Betreibern unmöglich, jeden Gast im Auge zu behalten. Das nutzen viele aus. Immer öfter bleiben die Kellner auf unbezahlten Deckeln sitzen. Einige Betriebe, wie die Mojo-Bar oder das Till’s Eleven in Düsseldorf, rechnen deswegen bereits jetzt jeden Kunden sofort ab. Auch das ist bekanntlich eher negativ fürs Geschäft, weil sich die Gäste dadurch weniger willkommen fühlen. Nur noch Stammgäste bekommen einen Deckel.
Überraschend ist die gestiegene Anzahl an Zechprellern für die meisten allerdings nicht. Auch Wirte aus Freiburg und Dresden haben bereits damit abgeschlossen, dass sie besser auf die Kunden achten müssen. Dort gilt das Rauchverbot seit Februar. Der Geschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbandes in NRW Rainer Spenke sagte dem Kölner Express zu dem Thema: „Eigentlich haben wir so was schon fast erwartet. Dabei allerdings eher an die großen Diskotheken gedacht“.
Laut der Dehoga habe die Landesregierung diese Auswirkungen nicht miteinkalkuliert. Darunter leiden nun die Betriebe. In Köln wird damit gerechnet, dass rund 30 Prozent der 800 Schankwirtschaften durch das neue Gesetz schließen müssen.
Bisher scheint das Nichtraucherschutzgesetz mehr negative als positive Auswirkungen zu haben.
Bild. Flickr / patrick wilken








